Engagierter (sozial engagierter) Buddhismus: Anwendung des Dharma auf soziale Transformation
Der engagierte Buddhismus – auch bekannt als sozial engagierter Buddhismus – stellt eine der wirkungsvollsten modernen Ausdrucksformen der buddhistischen Praxis dar.
Es fordert Buddhisten auf, die Erkenntnisse der Meditation, Achtsamkeit und ethischen Lehren auf die dringenden Probleme der Welt anzuwenden, darunter soziale Ungerechtigkeit, politische Konflikte, Armut und Umweltkrisen.
Ursprünge und Entwicklung
Der engagierte Buddhismus entwickelte sich im 20. Jahrhundert deutlich, obwohl seine Wurzeln viel tiefer in die buddhistische Tradition reichen. Die Bewegung wurde weltweit in den Fokus gerückt Thich Nhat Hanh, ein vietnamesischer Zen-Meister, während des Vietnamkrieges.
Er prägte den Begriff „Engagierter Buddhismus“, um die Verschmelzung spiritueller Praxis mit gewaltfreiem sozialem Handeln, humanitärem Dienst und Aktivismus für den Frieden zu beschreiben.
Gleichzeitig wurde auf dem indischen Subkontinent B. R. Ambedkar inspirierte Millionen von Dalits (ehemals „Unberührbare“) zum Übertritt zum Buddhismus als Weg aus der Kastenunterdrückung und hin zu wirtschaftlicher Gerechtigkeit, Gleichheit und politischer Freiheit. Diese Fäden mündeten in einer wachsenden, transnationalen Bewegung, die mittlerweile alle Kontinente berührt.
Grundprinzipien und Praxis
Der engagierte Buddhismus basiert auf traditionellen buddhistischen Werten:
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Mitgefühl und gegenseitige Abhängigkeit:
Das Leiden (dukkha), mit denen man in der Meditation konfrontiert wird, wird als untrennbar mit den Ungerechtigkeiten der Gesellschaft und den Bedrohungen des Ökosystems angesehen. Die Linderung von Leid wird zu einer kollektiven Verantwortung. -
Achtsames Handeln:
Es wird kein Unterschied zwischen Meditation „auf dem Kissen“ und tatsächlichem Engagement in der Welt gemacht – die Arbeit für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ist Meditation in Aktion. -
Gewaltlosigkeit:
Der Engaged Buddhism ist sowohl von buddhistischen Grundsätzen als auch von Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi inspiriert ahimsa (nicht verletzend) in seiner Herangehensweise an Konflikte und Aktivismus.
Bereiche des Engagements
Engagierte buddhistische Organisationen und Einzelpersonen arbeiten in verschiedenen Bereichen:
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Friedensstiftung und Antikriegsaktivismus:
Leitet gewaltfreien Widerstand, interreligiösen Dialog und Versöhnungskampagnen. -
Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit:
Kampagnen gegen Rassismus, Kastendiskriminierung, Geschlechterungleichheit und die Marginalisierung von Armen, Gefangenen oder Flüchtlingen. -
Gesundheitswesen und Bildung:
Schaffung von Krankenhäusern, Kliniken, Schulen und sozialen Diensten, die auf buddhistischer Ethik und gemeinschaftlicher Verantwortung basieren. -
Umweltschutz:
Öko-buddhistische Bewegungen nutzen Prinzipien wie die abhängige Entstehung (pratītya-samutpāda), um die Vernetzung von Menschen, Tieren und der natürlichen Welt hervorzuheben.
Kollektive und individuelle Transformation
Ein charakteristisches Merkmal des Engagierten Buddhismus ist seine kollektivistische Anwendung des Dharma. Sie besteht darauf, dass wahre Befreiung nicht isoliert erreicht werden kann, sondern dass das von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kräften geschaffene Netz des Leidens erkannt und angegangen werden muss.
Engagierte Buddhisten bauen Netzwerke, Basisorganisationen und Sanghas auf, die Bildung anbieten, Aktivismus organisieren und ein ethisches Gemeinschaftsleben vorleben.
Globale Reichweite und Einfluss
Heute ist der engagierte Buddhismus in Asien, im Westen und darüber hinaus mit Organisationen wie der Buddhist Peace Fellowship und Sarvodaya Shramadana präsent Sri Lanka (Universelles Erwachen durch kooperative Arbeit) und Sanghas, inspiriert von Thich Nhat Hanh, der „Achtsamkeit für soziale Transformation“ praktiziert.
Es hat auch ökologische Bewegungen, Initiativen zur Gleichstellung der Geschlechter und das Eintreten für marginalisierte Gruppen gefördert.
Abschluss
Der engagierte Buddhismus ist mehr als eine soziale Bewegung; es ist das Ausleben des Dharma im heutigen Leben. Es fordert Buddhisten auf, sich dem Leiden zu stellen, wo auch immer es entsteht – bei ihnen selbst und in der Gesellschaft – und innere Transformation mit mitfühlendem Handeln zu verbinden.
Nach dem ursprünglichen Aufruf des Buddhas, das Leiden für alle Wesen zu lindern, bietet der engagierte Buddhismus Werkzeuge für Weisheit, Achtsamkeit und Gewaltlosigkeit - kühn und hoffentlich zu den größten Herausforderungen der Welt.